Sonntag, 13. September 2026

Die gefürchtete Dänemarkstraße

 Sonntag, 13. September

Nach dem Abschied von Grönland freuen wir uns nun auf Island.




 Allerdings müssen wir dafür zunachst die Dänemarkstraße überqueren. Vielleicht schaukelt es ja nicht ganz soviel wie letztes Jahr. Mir graust es vorher schon.


Die Dänemarkstraße ist uns gnädiger gestimmt als voriges Jahr. Es schaukelt aber dennoch seit gestern Nachmittag. Da ist viel Schlafen angesagt, heute Abend gehen wir mal direkt nach dem Essen ins Bett.




Es gibt im Tagesprogramm jeden Tag interessante Vorträge. Wir haben 3 nette Lektoren, die wirklich sehr fundiertes Wissen übermitteln können. Justus, der Fotograf bietet jeden Tag andere Tips und Tricks zum Teil mit praktischen Übungen an Deck an. Nils, der Meeresbiologe hält Vorträge über Wale,Haie usw. und Dietmar, derMikrobiologe und Schrtiftsteller mit Wohnsitz in Island, informiert über unsere Zielorte und spricht über geschichtliche Hintergründe und Kulturen. Mit solch interessanten Vorträgen hatte ich nicht gerechnet. Außerdem gibt es noch den obligatorischen Kreuzfahrtleiter, der für Spiele und Unterhaltung an Bord zuständig ist.

Für die abendliche Unterhaltung sorgen die Künstler. Ein französischer Gitarrist, der auch gut singen kann - eine südafrikanische Sängerin, die schon eine tolle Tina Turner Show geliefert hat - die musikalische Leiterin der Truppe, die Klarinette spielt - eine deutsche Sängerin, die vorgestern eine großartige Edith Piaf Show geboten hat - ein Pianist, der hauptsächlich zur Kaffeestunde klimpert - und ein italienisches Duo, das abends die Weinstube mit Musik bereichert. Die Künstler machen alle mehrere verschiedene Programme, auch das ist besser als ich erwartet hatte.


In dieser Ecke der Weinstube verbringe ich ziemlich viele Stunden, hier lässt sich die Schaukelei aushalten



Nachmittags ist es doch soweit: die Kotztüten hängen im Treppenhaus. Ich hab die guten Tüten von der Fram dabei, aber ich hoffe weiter, dass ich sie nicht brauche. I

Udo zieht die dicken Sessel der Bibliothek vor, hier kann Mann unbeobachtet besser die Augen zumachen.


Am besten geht es uns beim Essen im Restaurant bei Gesprächen mit anderen und damit Abwechslung. 



Nachmittags hören wir einen Vortrag über Trommeltanz und Geisterflug, in dem uns Dietmar über die verschiedenen Epochen der Inuit erzählt, die seit etwa 4500 Jahren in Grönland aufgetaucht sind. Die ersten sind von Sibirien und aus Kanada gekommen, kaum vorzustellen, dass sie den Weg über das zugefrorene Meer genommen haben. Es gibt die Prä-Dorset Kultur, die Dorset Kultur und dann die Thule Kultur, diese sind die direkten Vorfahren der heutigen Inuit. 
Besonders beeindruckt uns der "Tupilak", sozusagen die Geheimwaffe der Inuit. Aus Knochen, Federn U. a. Von verschiedenen Tieren wurde ein Wesen erstellt und mit Zauberkraft zum Leben erweckt, das z. B. die Feinde auf dem Meer abhalten konnte.




 Auch interessant ist der Trommeltanz, sozusagen ein Vorgänger unserer Rapper, bei dem sich zwei Sänger gegenseitig mit Gesang fertigmachen und so ihre Konflikte unblutig austragen. Der Glaube an den Geisterflug der Schamanen, die dafür sorgten, dass die Geister wohl gestimmt bleiben, ist uns ja schon bei der Mutter des Meeres begegnet.

Das Abendessen ist noch ganz nett, danach sitzen wir noch ein Stündchen in "unserer Ecke" und quälen uns dann in unsere Kabine. Nun wird es aber richtig ungemütlich. Dietmar hat uns nachmittags die Wellenkarte gezeigt mit 2 bis 3 m Wellen, statt der ursprünglich angesagten  bis 9 m und versichert, es würde sich bis Mitternacht nichts daran ändern. Wie er das tatsächlich gemeint hat, begreife ich erst, als die Wellen immer stärker werden. 
Puh...noch bis morgen Mittag aushalten....die Dänemarkstraße!



Wir steuern dann von Südwesten/Westen her die Snæfellsnes-Halbinsel im Westen Islands an, auf der Grundarfjörður liegt. Das sollen wir morgen um 14 Uhr erreichen.

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